Read So viel Zeit muss sein: Ein Hausarzt erzählt by Peter Volkmann Online

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Der Hausarzt ist Vertrauensperson, Beichtvater, Komplize und f r jedermann da Dr Peter Volkmann hat sich seine Liebe zu den Menschen bewahrt und nimmt uns mit in seine Berliner Praxis Seine Erfahrungen sind ein Konzentrat unserer Zeit Burn out Patienten, ein verschnupfter Mafioso, einsame Witwen und Simulanten im Clinch mit der Krankenkasse Dr Peter Volkmann kennt sie alle und wei , was sie bewegt Eine authentische Schilderung unglaublicher und anr hrender Schicksale....

Title : So viel Zeit muss sein: Ein Hausarzt erzählt
Author :
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ISBN : 354837428X
ISBN13 : 978-3548374284
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein Taschenbuch 11 Mai 2012
Number of Pages : 208 Seiten
File Size : 860 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

So viel Zeit muss sein: Ein Hausarzt erzählt Reviews

  • Dr.D.C.
    2019-09-09 04:40

    Da ich selber (nach langjähriger Kliniktätigkeit) nun als Allgemeinmediziner tätig bin, habe ich mir dieses Büchlein bestellt, um einmal zu sehen, wie ein anderer Kollege seinen Alltag in der Praxis erleben.Fazit: Ein absolut gelungenes Buch! Toll geschrieben und absolut nicht realitätsfern.Aus dem täglich Wahnsinn einer Hausarztpraxis gegriffen eben...Ich kann dieses Buch auch allen Nicht-Medizinern wärmstens empfehlen, damit diese einmal sehen, mit was für Dingen sich (Haus-)Ärzte täglich so herumschlagen müssen.Danke Herr Kollege Volkmann!

  • junior-soprano
    2019-09-14 23:37

    Dr. Peter Volkmann hat erst Physik studiert, danach ein Medizinstudium mit Promotion beendet und sich nebenbei in einer Schreibgruppe betätigt und es, obwohl ihm bestätigt wurde, dass es nahezu unmöglich sei sein Buch in einem "richtigen" Verlag zu veröffentlichen, nun sein erstes Buch herausgebracht. Ein Hausarzt erzählt aus seinem Berufsalltag. Darf ein Arzt das eigentlich? Es gibt doch die ärztliche Schweigepflicht. Im Nachwort äußerst sich Dr. Volkmann dazu und weist darauf hin, dass die Geschichten so abgeändert wurden, dass kein Patient zu identifizieren ist.Eine Mischung aus lustigen, manchmal auch ernsten Themen, ein Einblick in den Alltag von Ärzten, das ist für mich die TV-Serie Scrubs. Manche Passagen aus diesem Buch erinnerten mich entfernt an diese Comedy-Serie. Ich hätte etwas mehr Einblicke in die Medizin und dafür weniger Unterhaltung, vielleicht so etwas in Richtung Werner Bartens Lexikon der Medizin-Irrtümer. Im Vergleich zu einem anderen Arzt, der sich aufs Showgeschäft verlagert hat, Dr. von Hirschhausen (Medizin-Studium, Promotion, adlig und im Fernsehen! :-)) wirkt Volkmann auf mich viel zurückhaltender, väterlicher, sensibler und alles in allem sehr sympathisch!Das Buch besteht aus, extrem unterschiedlich langen, Kapiteln, die nicht aufeinander aufbauen. Eine Sammlung von Erlebnisse aus 25 Jahren Arbeit in einer Berliner Arztpraxis. Die erste Geschichte schildert das Leben eines betagten Ehepaars und erinnerte mich stilistisch an einen Aufsatz aus dem Deutschunterricht, was ich nicht abwertend meine. Ein Text über den man anschließend mit der Klasse reden kann. Ein anderes Kapitel führt zwei junge Männer vor, die sich offenbar darauf eingerichtet haben von staatlicher Unterstützung zu leben - der Doktor traf auf die Beiden bei einem Hausbesuch, könnte aber auch ein Erlebnis eines Vertreters oder eines Gerichtsvollziehers sein. Berührend die Geschichte einer Wiederbelebung in einem Restaurant! Und dann die vielen Situationen, die wohl nicht nur Mediziner nachvollziehen können: nervende Mitmenschen mit gefährlichem Halbwissen und überquellendem Geltungsbedürfnis und Redefluss. Wenn dem geduldigen Doktor erklärt wird wie er seinen Job zu machen hat und welche Medikamente er verschreiben soll, hatte ich wieder Dr. Cox aus Scrubs vor mir, der einem Patienten seinen Laptop wegnahm, damit dieser nicht noch mehr Wikipedia-Artikel lesen konnte, von Typen die "auch den Kampfstern Galaktika Episodenführer geschrieben haben" und überhaupt: "die Paprika die sie dauernd mampfen richten einen Sch... gegen den Krebs in ihrem Körper aus!". Solche Pointen fehlen dem Buch leider, dafür gibt es einige anrührende Momente mit Menschen, die eine Therapie bräuchten, sich aber zu sehr an ihr gewohntes Leben klammern oder sich ihr erträumtes Leben noch weiter schönreden statt sich der Realität zu widmen. Besonders die letzte Geschichte hatte auf mich eine große Sogwirkung. Ein manisch-depressiver Patient, den Dr. Volkmann über viele Jahre begleitete, wird mit seinem teils lustigen Aktionen, teils erschreckenden Ausfällen und in seinen traurigen Momenten geschildert. Für mich einer der besten Geschichten in diesem Buch!Mir gefällt gut, dass die Geschichten nicht zu reißerisch sind, sondern glaubwürdig erzählt werden. Ich denke das jeder Verbindungen zu eigenen Arztbesuchen herstellen kann, was die Lektüre um so spannender macht. Menschen, die viel, viel zu viel reden, notorische Nörgler, einsame, verunsicherte Patienten, denen körperlich gar nichts fehlt, sondern einfach nur mal jemandem zum Reden suchen. Der Autor vermittelt gut welch zahlreiche Nachteile der Beruf des Hausarztes hat, ohne sich dabei selbst zu bemitleiden. Aber es wird auch deutlich welche positiven Seiten die medizinische Tätigkeit hat. Dennoch ist es vor allem ein kurzweiliges Buch, das unterhalten will. Das gelingt durchaus, wenn auch nicht so wie bei Hirschhausen, Scrubs, Dr. House oder anderen Werken.Wer so viel erlebt muss einfach ein Buch schreiben. Dem Hausarzt werden täglich so viele Einblicke in menschliche Schicksale geboten, das jeder Schriftsteller neidisch werden könnte. So erklärt Dr. Peter Volkmann im Nachwort wie er zu der Idee kam ein Buch zu schreiben. Ist auch ein spannendes Thema und aus dem Berufleben zu berichten ist immer ein interessantes Thema. Meine Erwartungen waren größer, ich schwankte je nach Kapitel zwischen begeistertem Verschlingen der Seiten und eher gelangweiltem Blättern.Diagnose: unterhaltsames Buch, bitte 1 Mal lesen! Zu den riesigen Nebenwirkungen bitte nicht ihren armen Hausarzt befragen, der muss sich ohnehin schon so unglaublich viel anhören. :-)3,5 Sterne281 Seiten, Softcover, Ullstein 2012

  • rosl reddy
    2019-08-28 01:34

    mit einem Einfühlungsvermögen, das heute nicht mehr selbstverständlich ist, wird uns der Arzt Dr.Volkmann in seinem Buch nähergebracht. Er schaut den Menschen in die Seele, während er ihre großen und kleinen Wehwehchen verarztet. Wieviele Schicksale beeinflusst er - weil er zuhört - so viel Zeit muss sein. Treffender kann der Titel nicht sein.Er ist eben noch ein Hausarzt der guten "alten" Schule - eine Spezie die es wohl bald nicht mehr geben wird. Um so mehr habe ich die Lektüre díeses Buches genossen! R.Reddy

  • Merkur
    2019-09-17 22:39

    Mit welchen Leuten haben Sie an Ihrem Arbeitsplatz zu tun? Und mit wie vielen? Sind Sie vielleicht Kassiererin im Supermarkt und haben neben Ihrem Chef und Ihren vier Kolleginnen noch fünfhundert Kunden am Tag? Oder sind Sie ein Fluglotse, der stundenlang am Monitor sitzt? Sind Sie Architektin oder Koch? Busfahrer, Maurer oder kaufmännische Angestellte? Vielleicht sind Sie sogar praktische Ärztin oder Hausarzt? In letzteren Fällen brauchen Sie dieses Buch nicht zu lesen. Sie werden es schon kennen. In allen anderen Fällen sollten Sie das durchaus tun.Wer lernt an seinem Arbeitsplatz schon viel über die Menschen? Die meisten, die wir treffen, bleiben auf die Fassade reduziert, die sie uns zeigen. Wir stellen Vermutungen an, dass der eine ein Aufschneider sein könnte, der andere ein Grobian und die dritte ein einfältiges Lieschen. Wir halten diese alte Dame für ein rührend selbstloses Mütterchen und jenen jungen Mann für intelligent und strebsam. Aber sicher wissen wir es nicht. Ein anderer weiß es besser: Kaum ein Beruf kommt den Menschen so nah wie der Arzt, speziell der Hausarzt. Er schaut schon von Berufs wegen den Menschen unter die Haut und hinter die Fassade. Und es macht Spaß, ihn dabei zu beobachten.Einer dieser amüsanten und für manche gefährlichen Gesellen ist Doktor Peter Volkmann aus Berlin. Er macht die Tür zum Behandlungsraum des Arztes, die normalerweise eine Tresortür ist, ein Stück weit auf. In seinem Buch 'So viel Zeit muss sein' lässt er verschiedenste Typen von Patienten an uns vorbei paradieren: den Hypochonder, den Blender, den Ritter der Frühpensionierung, aber auch das schwer leidende Opfer eines Schlaganfalls, den selbstlosen Helfer, den bis zur Selbstgefährdung Manisch-Depressiven. Menschen, die wir in den Wartezimmern der Republik nur als lästige Konkurrenten sehen, weil sie vor uns dran sind, erhalten bei Volkmann ein Schicksal. Es sind keine echten Patienten, die er zeigt. Seine Figuren sind aus vielerlei Erfahrungen des Arztes zusammen gesetzt. Aber sie wirken echt. Bei einigen der Erzählungen sogar über-echt. Man hat das Gefühl, dass sie die Wirklichkeit übertreffen. Zum Beispiel dieser Helmut Meise (alle Namen erfunden), lebenslanger Empfänger von Sozialhilfe, und seine weiblichen Anhängerschaft Mausi und Roswitha. Man muss es gelesen haben, wie plastisch die vor uns und dem Arzt stehen und wie Meise sagt: 'Haste ma zwanzig Euro? ' Nich? Na wat denn, ick denke, du bist Dokta?'Volkmanns Arztfigur bleibt dabei gelassen. Er ist ein freundlicher Arzt, ein bemühter, einer der nicht verurteilt, sondern hinsieht und der helfen will. Aber uns Lesern darf bisweilen der Kamm schwellen. Ist es recht, wenn einer kiloweise Medikamente verschrieben haben will, nur weil das Amt sie bezahlt? Ist es vernünftig, wenn ein erbschleichender Sohn für seine schwerkranke Mutter die sinnlosesten Therapien durchsetzt, weil die Kasse sie bezahlt, und ein anderer völlig grundlos sogar den Rettungshubschrauber kommen lässt? Wo sind eigentlich die normalen Patienten? Die mit Fieber, mit dem verstauchten Fuß oder verdorbenen Magen. Die, denen zu helfen ist. Bei Volkmann kommen sie eher am Rande vor, manchmal summarisch aufgezählt: ''23 Patienten habe ich heute gesehen. Brechdurchfälle und Angstneurosen, Gallensteine, Kopfplatzwunde, Bluthochdruck, Alkoholentzug, Bandscheibenvorfall und Diabetes mellitus '' Der 24. Patient ist dann Roland Müller, der mit Zähnen und Klauen um 50% Erwerbsminderung kämpft, weil er 'ein Krampfaderleiden, zwei Plattfüße und einen mäßigen Fettansatz an den Hüften des ansonsten recht ansehnlichen Körpers' hat.Viele der 'Krankengeschichten' des Buches lassen den Eindruck zu, die Kassenbeiträge von uns allen gingen zu einem hohen Prozentsatz für Leute drauf, die vielleicht eine Macke haben, die übertrieben selbstbewusst oder hypochondrisch sind, einsam, verkümmert, verbittert oder nur gelangweilt - aber nicht krank. Ist das wirklich so? Sind wir als große Patientenschaft selber schuld, dass die Versicherung so teuer ist? Gehen wir einfach zu oft hin?Darauf hingewiesen zu haben, kann man dem Buch nicht ankreiden. Und schließlich gibt es doch noch ein paar wirklich Kranke, wie Frau Demand, bei deren 'generalisierter Arteriosklerose' nur der 'Kopf nicht betroffen' ist. Oder diesen sympathischen Briefträger Andreas Lühr, dessen psychosomatische Probleme darauf zurückzuführen sind, dass die Rente droht und ihm die Arbeit wegnehmen will, die er 46 Jahre mit Freude gemacht hat.Es 'menschelt' sehr in Volkmanns Buch. Und unaufdringlich, sprachlich geschmeidig, plastisch und nie langatmig bleibt Volkmann ihnen auf der Spur: der klammernden Mutter, den orientierungslosen junge Türken, dem russischen Mafioso und dieser unerbittlich gefühllosen Serviererin im Restaurant, die einen Gast beinahe sterben lässt, weil sie so viele Bestellungen hat.Die Vielzahl der Szenerien ' ein besonderer Reiz des Buches.Die Vielzahl der Patienten-Typen ' ein besonderer Reiz des Arztberufes.Die zu erkennen, die da noch so sitzen ' ein besonderer Reiz für Leute im Wartezimmer.Ein Buch also für uns alle!