Read Wittgenstein-Lexikon by Hans J Glock Online

wittgenstein-lexikon

Ludwig Wittgenstein 1889 1951 hat ein Werk hinterlassen, das vor allem in Fragmenten und Entw rfen berliefert ist Darum ist es umso wichtiger, einen berblick zu den Hauptfragen zu geben, mit denen sich der Philosoph, der einer der Mitbegr nder der Analytischen Philosophie ist, besch ftigt hat Dieses Lexikon, die bersetzung eines angels chsischen Standardwerks, leistet das Hier werden die wichtigsten Problemstellungen im Zusammenhang erl utert, die Argumente analysiert und in den Rahmen der zeitgen ssischen Diskussion gestellt Durch biographische Informationen sowie eine umfangreiche Bibliographie wird das oft un bersichtliche Schaffen Wittgensteins strukturiert und erschlie bar So ist ein unverzichtbares Hilfsmittel f r die philosophische Arbeit entstanden....

Title : Wittgenstein-Lexikon
Author :
Rating :
ISBN : 3534233018
ISBN13 : 978-3534233014
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG Auflage 2., unver nderte 1 Januar 2010
Number of Pages : 396 Pages
File Size : 577 KB
Status : Available For Download
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Wittgenstein-Lexikon Reviews

  • Schwaben1208
    2019-10-02 14:20

    Literaturhinweise am Ende jedes Artikels wären hilfreich gewesen. Verweise auf die einschlägigen Kommentare der PU (z.B. von Savigny, Lange, Baker/ Hacker) hätten zusätzlich separat ergänzt werden können. Die sogenannte "kommentierte Bibliographie" am Ende des Bandes verwirrt meiner Ansicht nach mehr als sie hilft. Verweise auf wichtige Aufsätze, die z.T. alles andere als leicht zu finden und zu sortieren sind, werden kaum eingearbeitet.Für Hausarbeiten und Prüfungen kann ich nach der Textgrundlage zuerst eine allgemeine Einführung in die Probleme der Sprachphilosophie weiterempfehlen (Prechtl, 1999), dann Vossenkuhl (Von Wittgenstein lernen) und wegen der klaren Ausdrucksweise von Savigny.

  • Hermann Bruns
    2019-10-05 18:25

    Das Wittgenstein-Lexikon stellt eine Übersetzung aus dem Englischen dar. Die englische Fassung („A Wittgenstein Dictionary") erschien bereits 1996 bei Blackwell Publishers in Großbritannien. Hans-Joachim Glock, der an der Universität Reading Philosophie lehrt und als ausgewiesener Wittgenstein-Kenner gelten kann, gelang ein solides, empfehlenswertes Werk, dass sich durch die präzise Beschreibung der philosophischen Ansichten Wittgensteins und einen klaren Stil und auszeichnet.Leider kann dies von der deutschen Übersetzung nicht behauptet werden - ganz im Gegenteil: Sie wird dem von Glock gesetzten stilistischen Maßstab in keiner Weise gerecht und kann nur als misslungen bezeichnet werden. Der Stil ist äußerst holprig, und es finden sich zahlreiche Übersetzungsfehler, die teilweise haarsträubender Natur sind.Der Übersetzer, der an der Freien Universität Berlin tätige Philosophieprofessor Ernst Michael Lange, hat eine Grundregel des Übersetzens offenbar nicht beherzigt: Eine gute Übersetzung ist nur dann möglich, wenn der Sinn des Originaltextes übertragen und mit deutschen Worten ausgedrückt wird. Demgegenüber hat Lange allem Anschein nach überwiegend nicht Sinn übertragen, sondern Wörter übersetzt. Deutlichster Beleg für diese These ist die Tatsache, dass die Struktur der deutschen Sätze in vielen Fällen recht genau der der englischen Sätze entspricht. Da sich die deutsche Sprache hinsichtlich des Satzbaus jedoch teilweise stark von der englischen Sprache unterscheidet (das gilt besonders für komplexere Satzstrukturen), wird der Lesefluss immer wieder empfindlich gestört. Der deutsche Text ist äußerst unrhythmisch.Dies wäre noch zu verzeihen, wenn die Übersetzung sich wenigstens durch äußerste Genauigkeit und Präzision auszeichnete, was gerade für philosophische Texte von großer Bedeutung ist. Aber auch dies ist nicht der Fall. Es finden sich zahlreiche sinnentstellende Übersetzungsfehler, die die Leser in beträchtliche Verwirrung stürzen können. Der Text macht insgesamt den Eindruck einer Rohfassung, die vor der Veröffentlichung noch intensiver Bearbeitung bedurft hätte. Wer des Englischen mächtig ist, sollte also nicht die deutsche Übersetzung, sondern unbedingt das Original erwerben.Wie Glock im Artikel „Philosophie" schreibt, haben nur wenige Philosophen so intensiv über das Wesen der „Philosophie" und des „Philosophierens" nachgedacht wie Wittgenstein besonders in seiner späteren Phase, auf die im Folgenden das Schwergewicht liegen soll. Wittgenstein hielt die meisten Probleme in der Philosophie für hausgemacht: Vor allem aufgrund oberflächlicher grammatischer Ähnlichkeiten lassen sich viele zu Schlussfolgerungen verleiten, die in theoretische Sackgassen oder gedankliche Verkrampfungen enden.Das Ziel Wittgensteins besteht darin, solche Verkrampfungen zu lösen. Zu erreichen versucht er dieses Ziel, indem er auf verschiedene Weisen eine Übersicht über den Gebrauch der betreffenden Wörter zu geben versucht, um dadurch zu verhindern, dass sich die intellektuellen Verkrampfungen lösen oder gar nicht erst entstehen. „Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und Beulen, die sich der Verstand bei Anrennen an die Grenzen der Sprache geholt hat."Bis zu diesem Punkt sind sich die Interpreten der Spätwerkes Wittgensteins noch weitgehend einig. Die entscheidende Trennlinie besteht hinsichtlich der radikalen Schlussfolgerungen, die Wittgenstein aus diesem Ansatz zieht: Für Wittgenstein ist das Philosophieren keine „erklärende" Tätigkeit, d. h. er stellt keine Theorien welcher Art auch immer auf, um diese dann zu vertreten und zu verteidigen. Sondern es handelt sich um eine „therapeutische" Tätigkeit, die nur die Aufgabe hat, philosophische Probleme aufzulösen.Hinsichtlich der Interpretation dieser Aussagen besteht ausgesprochen oder unausgesprochen ein großer Dissens unter den Interpreten Wittgensteins: Denn wenn sie ernst zu nehmen sind, können die Spätwerke Wittgensteins nicht wie sonstige philosophische Werke interpretiert werden, indem versucht wird, die „Hauptthesen" und „Theorien" festzustellen und ihre Entwicklung und Begründung nachzuvollziehen. Alles was Wittgenstein in seinem Spätwerk zu vermitteln trachtete, sind Methoden und Techniken für das Lösen von philosophischen Problemen und intellektuellen Verkrampfungen. In den Philosophischen Untersuchungen heißt es: „Die eigentliche Entdeckung ist die, die mich fähig macht, das Philosophieren abzubrechen, wann ich will. ... es wird nun an Beispielen eine Methode gezeigt, und die Reihe dieser Beispiele kann man abbrechen. - Es werden Probleme gelöst (Schwierigkeiten beseitigt), nicht ein Problem".Die überwiegende Zahl der Wittgenstein-Interpreten nimmt diese Aussagen insofern nicht für bare Münze, als die Exegese der Spätphilosophie Wittgensteins in der Regel auf ähnliche Weise betrieben wird wie die anderer Philosophen: die „Thesen" und „Theorien" von Wittgensteins Spätphilosophie werden ebenso akribisch mit Hilfe philologischer und historisch-kritischer Methoden untersucht, beschrieben und kritisiert wie z. B. die von Immanuel Kant. Dass dies möglich und auch fruchtbar sein kann, zeigt das Wittgenstein-Lexikon. Glock stellt in seinem Werk mit großer Genauigkeit die Entwicklung der verschiedenen zentralen Begriffe und Theorien der Philosophie Wittgensteins im historischen Kontext dar. Wie viele andere Autoren geht Glock beispielsweise davon aus, dass Wittgenstein eine Bedeutungstheorie zu entwickeln trachtete, und kritisiert - aus dieser Perspektive zu Recht -, dass Wittgensteins Theorien nicht einheitlich sind und sich widersprechen.Doch diese Kritik steht und fällt mit der Behauptung, Wittgenstein habe nicht nur im Tractatus, sondern auch in seiner Spätphilosophie darauf abgezielt, Theorien aufzustellen. Wenn Wittgensteins methodische Äußerungen beim Worte genommen werden, kann diese Behauptung schwerlich aufrechterhalten werden. Wenn Wittgenstein keine Theorien aufstellte, sondern anhand von Beispielen eine Einstellung gegenüber philosophischen Problemen vermitteln wollte, dann versteht sich beinahe von selbst, dass sich einzelne Elemente der Beispiele widersprechen können. Denn je nach Beispiel können ganz andere Aspekte von Wichtigkeit sein: Während es für den einen Zweck sinnvoll sein kann Ähnlichkeiten hervorzuheben, kann es für einen anderen notwendig sein Unterschiede zu betonen.Das hat auch Implikationen für die Behandlung von Früh- und Spätphase der Philosophie Wittgensteins. Glock stellt die Philosophie des Tractatus und der Spätphase ohne weiteres nebeneinander. Man gewinnt den Eindruck, dass er die Unterschiede eher im Inhalt der vertretenen Theorien sieht als in der grundsätzlichen methodischen Herangehensweise. Gemäß der radikalen Interpretation der Spätphilosophie Wittgensteins ist ein solches Verfahren jedoch höchst problematisch: Zwischen Tractatus und Spätphilosophie mag es in Einzelheiten Ähnlichkeiten geben, aber der methodische Ansatz ist grundverschieden.Das Wittgenstein-Lexikon stellt somit zwar ein hervorragendes Hilfswerkzeug für die historisch-philologische Exegese von Wittgensteins Werken dar (die Wissenschaftlicher und Studenten mit entsprechender Ausrichtung sind wohl auch die Hauptzielgruppe des Werkes), doch Wittgensteins beispielgebende Art des Philosophierens zum Zweck der Lösung intellektueller Verkrampfungen können sie nur stark eingeschränkt vermitteln. Für Wittgenstein gilt daher umso mehr, was letztlich für alle Philosophen gilt: Nichts kann das Studium der Originalwerke selbst ersetzen.